Table of Contents
Wer im Internet nach einem „befahrbaren Steinteppich“ sucht, stößt auf sehr unterschiedliche Aussagen. Manche Anbieter beschreiben Steinteppich grundsätzlich als nicht für Fahrzeugverkehr geeignet, andere zeigen Einfahrten mit darauf abgestellten Fahrzeugen und sprechen von einer befahrbaren Variante. Für Bauherren entsteht dadurch ein verständliches Problem: Wenn ein Auto auf der Fläche stehen kann, warum sollte der Belag dann nicht befahrbar sein?
Die Ursache für diese Verwirrung liegt vor allem im Begriff „befahrbar“. Umgangssprachlich klingt er eindeutig. Technisch beschreibt er jedoch keineswegs nur die Frage, ob eine Oberfläche das Gewicht eines Pkw für einige Minuten tragen kann. Eine dauerhaft genutzte Einfahrt wird über Jahre hinweg tausendfach überfahren. Fahrzeuge bremsen, beschleunigen, rangieren und drehen ihre Räder häufig an nahezu denselben Stellen. Neben der vertikalen Belastung durch das Fahrzeuggewicht entstehen dadurch erhebliche horizontale Kräfte innerhalb des Belags.
Genau deshalb sollte die eigentliche Frage nicht lauten: „Kann ein Auto über diesen Steinteppich fahren?“ Technisch sinnvoller ist die Frage, ob das gesamte Flächensystem für wiederkehrenden Fahrzeugverkehr ausgelegt wurde. Diese Unterscheidung ist wesentlich, wenn man verstehen möchte, warum ein klassischer Steinteppich und bema PU-Asphalt® trotz ähnlicher mineralischer Optik konstruktiv vollkommen unterschiedliche Aufgaben erfüllen.
01
of 16
Was bedeutet „befahrbar“ bei einem Bodenbelag überhaupt?
Eine allgemein gültige Ja-Nein-Definition für „befahrbar“ gibt es bei Flächenbelägen nicht. Die Anforderungen hängen immer davon ab, welche Fahrzeuge die Fläche nutzen, wie häufig sie befahren wird und welche Bewegungen darauf stattfinden. Eine Feuerwehrzufahrt, ein privater Stellplatz, eine Tiefgaragenrampe und ein gelegentlich überfahrener Gartenweg sind allesamt befahrbare Flächen – mechanisch werden sie jedoch vollkommen unterschiedlich beansprucht.
Schon bei einer gewöhnlichen privaten Einfahrt macht es einen großen Unterschied, ob ein Fahrzeug lediglich gerade auf die Fläche fährt und dort abgestellt wird oder ob täglich vor einer Garage rangiert werden muss. Kommen zwei Fahrzeuge hinzu, steigt die Zahl der Belastungswechsel entsprechend. Ein schweres Elektrofahrzeug kann zusätzliche Radlasten erzeugen, während enge Grundstückssituationen häufig stärkere Lenkbewegungen erforderlich machen. Gefälle, Kurven und wiederkehrende Bremsvorgänge verändern die Belastung ebenfalls.
Die Bezeichnung „befahrbar“ ist deshalb erst dann aussagekräftig, wenn klar ist, für welchen Nutzungstyp ein Belag konstruiert wurde. Genau hier beginnt der Unterschied zwischen einem dekorativen Oberbelag und einem technisch ausgelegten Verkehrsflächensystem.
02
of 16
Warum ein Auto auf einem Steinteppich noch nichts beweist
Im Internet finden sich zahlreiche Fotos und Videos, auf denen Fahrzeuge auf mineralisch gebundenen Oberflächen stehen. Solche Bilder wirken auf den ersten Blick überzeugend, sind technisch aber nur eingeschränkt aussagekräftig. Ein Pkw verteilt sein Gewicht über vier Reifen auf den Untergrund. Ist die darunterliegende Konstruktion ausreichend tragfähig, können selbst relativ dünne Oberbeläge eine solche statische Belastung zunächst aufnehmen, ohne dass unmittelbar sichtbare Schäden entstehen.
Die eigentliche Herausforderung beginnt erst mit der Nutzung. Eine Einfahrt wird nicht einmal belastet, sondern über viele Jahre hinweg immer wieder. Das Fahrzeug fährt auf dieselben Bereiche, bremst vor der Garage, schlägt die Räder ein, korrigiert beim Rangieren und beschleunigt anschließend wieder. Aus einer einmaligen Druckbelastung entsteht dadurch eine permanente Wechselbeanspruchung aus vertikalen und horizontalen Kräften.
Ein Foto eines stehenden Fahrzeugs sagt deshalb wenig darüber aus, wie sich dieselbe Oberfläche nach fünf oder zehn Jahren regelmäßiger Nutzung verhält. Für die langfristige Beurteilung muss betrachtet werden, wie die auftretenden Kräfte innerhalb der Deckschicht verteilt werden, wie stabil die Kornstruktur ist und wie die Kräfte anschließend an den Unterbau weitergegeben werden.
03
of 16
Fahrzeuggewicht ist nur ein Teil der tatsächlichen Belastung
Wenn Bauherren über die Belastbarkeit einer Einfahrt sprechen, wird häufig zuerst das Gewicht des Fahrzeugs genannt. Ein Pkw wiegt beispielsweise zwei Tonnen, also müsse ein geeigneter Belag zwei Tonnen tragen können. Diese Betrachtung ist nachvollziehbar, bildet die mechanischen Vorgänge aber nur teilweise ab.
Ein stehendes Fahrzeug erzeugt überwiegend vertikale Druckkräfte. Diese werden über die Reifen in die Deckschicht eingeleitet und von dort auf die darunterliegenden Schichten verteilt. Sobald das Fahrzeug jedoch beschleunigt, bremst oder lenkt, verändert sich die Belastung deutlich. Dann entstehen zusätzlich horizontale Kräfte, die versuchen, Bestandteile der Oberfläche gegeneinander zu verschieben.
Gerade bei mineralisch gebundenen Belägen sind diese Schubkräfte von großer Bedeutung. Die Frage lautet dann nicht mehr nur, ob die einzelnen Steine nach unten belastet werden können, sondern ob das gesamte Gefüge auch seitlichen Belastungen dauerhaft widersteht. Eine reine Angabe wie „bis 3,5 Tonnen befahrbar“ beschreibt deshalb nur einen Teil dessen, was auf einer realen Einfahrt tatsächlich geschieht.
04
of 16
Warum das Lenken im Stand besonders kritisch ist
Das Lenken im Stand ist eines der anschaulichsten Beispiele dafür, warum Fahrzeugverkehr eine andere Belastung darstellt als Fußverkehr. Während ein rollender Reifen seine Bewegung relativ kontinuierlich über die Oberfläche überträgt, haftet ein stehender Reifen unter Fahrzeuggewicht auf einer vergleichsweise kleinen Fläche. Wird nun das Lenkrad gedreht, versucht der Reifen, seine Kontaktfläche seitlich auf dem Belag zu verschieben.
Dadurch entsteht eine lokale Schubbeanspruchung. Die Oberfläche wird nicht nur nach unten gedrückt, sondern gleichzeitig seitlich belastet. In einem mineralischen Belag versucht diese Kraft, einzelne Körner gegeneinander zu verschieben oder aus ihrer Position zu drehen. Je nachdem, wie das Gefüge aufgebaut ist, müssen diese Kräfte entweder überwiegend über das Bindemittel aufgenommen werden oder können zusätzlich über die mechanische Verzahnung der Gesteinskörnung verteilt werden.
Ein einzelnes Lenkmanöver muss keineswegs sofort zu einem Schaden führen. Entscheidend ist die Wiederholung. Vor einer Garage werden die Räder über Jahre hinweg häufig an nahezu derselben Stelle eingeschlagen. Genau dort zeigt sich langfristig, ob ein Belag lediglich kurzfristig belastbar oder tatsächlich für wiederkehrenden Fahrzeugverkehr konstruiert wurde.
05
of 16
Warum ein klassischer Steinteppich eine andere Aufgabe hat
Der klassische Steinteppich ist ein hochwertiger dekorativer Bodenbelag. Natursteinkörnungen werden mit einem Reaktionsharz gebunden und zu einer fugenlosen mineralischen Oberfläche verarbeitet. Je nach System kann diese Struktur offenporig und damit wasserdurchlässig ausgeführt werden. Gerade für Terrassen, Balkone, Treppen, Eingangsbereiche oder andere begehbare Flächen bietet diese Bauweise eine interessante Kombination aus Optik und Funktion.
Die Anforderungen solcher Anwendungen unterscheiden sich jedoch grundlegend von denen einer Einfahrt. Auf einer Terrasse wirken hauptsächlich Gehbelastungen, Möbel und gelegentliche Punktlasten. Starke horizontale Kräfte durch Reifen treten dort praktisch nicht auf. Deshalb kann die Rezeptur eines Steinteppichs auf andere Eigenschaften optimiert werden: Verarbeitbarkeit, angenehme Oberflächenstruktur, dekorative Wirkung und Offenporigkeit stehen stärker im Mittelpunkt.
Problematisch wird es erst, wenn aus dieser Materiallogik ohne weitere konstruktive Änderungen ein Verkehrsbelag abgeleitet werden soll. Ein klassischer Steinteppich wird nicht automatisch deshalb zur Fahrzeugfläche, weil etwas mehr Bindemittel verwendet oder die Schicht etwas stärker ausgeführt wird.
Wer die grundlegende Abgrenzung beider Systeme noch ausführlicher nachvollziehen möchte, findet sie in unserem Beitrag „Steinteppich befahrbar? Warum für befahrbare Flächen in Steinteppichoptik bema PU-Asphalt® entwickelt wurde“.
06
of 16
Warum Rundkorn und Korngeometrie so entscheidend sind
Viele klassische Steinteppiche werden mit rundlichen oder stark abgerundeten Natursteinkörnungen hergestellt. Diese Kornform besitzt für dekorative Beläge zahlreiche Vorteile. Die Oberfläche lässt sich angenehm begehen, wirkt optisch hochwertig und kann mit der Glättkelle sehr gleichmäßig verarbeitet werden.
Mechanisch besitzt Rundkorn jedoch eine begrenzte Verzahnung. Runde Steine liegen überwiegend punktuell oder auf kleinen Flächen aneinander. Werden sie seitlich belastet, können sie vergleichsweise leicht gegeneinander verschoben werden. Das Bindemittel zwischen den einzelnen Körnern muss deshalb einen großen Teil der Kräfte aufnehmen.
Bei bema PU-Asphalt® verfolgen wir einen anderen Ansatz. Die verwendete Gesteinskörnung wird gezielt im Hinblick auf das mineralische Gefüge ausgewählt. Entscheidend ist eine formoptimierte Korngeometrie, die sich untereinander stärker verzahnen und innerhalb der Deckschicht ein tragfähiges dreidimensionales Gerüst bilden kann.
Das bedeutet nicht, dass das Bindemittel unwichtig wäre. Im Gegenteil: Das Polyurethan hält die mineralische Struktur festelastisch zusammen. Doch die mechanische Leistungsfähigkeit entsteht nicht ausschließlich aus dem Polymer. Kornstruktur und Bindemittel arbeiten gemeinsam.
Warum gerade Kornform, Schichtstärke und Schubkräfte bei Einfahrten eine zentrale Rolle spielen, haben wir ausführlich im zweiten Beitrag der Serie erklärt: „Steinteppich für die Einfahrt? Warum Rundkorn, Schichtstärke und Schubkräfte über die Befahrbarkeit entscheiden“.
07
of 16
Warum mehr Bindemittel keinen Verkehrsbelag erzeugt
Ein häufiger Gedanke lautet, einen klassischen Steinteppich einfach mit mehr Polyurethan zu versehen, um ihn stabiler zu machen. Auf den ersten Blick erscheint das logisch: Wenn das Bindemittel die Steine zusammenhält, müsste mehr Bindemittel automatisch eine höhere Belastbarkeit erzeugen.
In der Praxis funktioniert ein mineralischer Belag jedoch nicht nach dem Prinzip „mehr Harz gleich mehr Tragfähigkeit“. Die Bindemittelmenge muss zur Kornstruktur und zum gewünschten Porengefüge passen. Eine zu hohe Menge kann Hohlräume teilweise verschließen, die Oberflächenstruktur verändern und den Polymeranteil unnötig erhöhen, ohne das eigentliche mineralische Traggefüge entscheidend zu verbessern.
Die Konstruktion eines Verkehrsbelags beginnt deshalb nicht mit der Frage, wie viel Bindemittel eingesetzt werden kann. Sie beginnt mit dem gesamten Materialsystem. Welche Korngeometrie ist erforderlich? Wie müssen die Korngrößen zueinander passen? Welche Rolle übernimmt der Füllstoff? Welche Schichtstärke ist sinnvoll? Und wie muss der Unterbau gestaltet werden?
Erst wenn diese Komponenten miteinander abgestimmt sind, entsteht ein funktionierender Verbund.
08
of 16
Welche Rolle der Füllstoff bei bema PU-Asphalt® spielt
Ein weiterer Unterschied zwischen klassischem Steinteppich und bema PU-Asphalt® liegt im Füllstoff. Während ein typischer Steinteppich vereinfacht aus Gesteinskörnung und Bindemittel besteht, wird die PU-Asphalt-Rezeptur um einen abgestimmten mineralischen Füllstoff ergänzt.
Dieser Füllstoff ist nicht lediglich ein günstiger Zusatzstoff. Er ist Bestandteil der definierten Materialstruktur und beeinflusst die Kontaktbereiche innerhalb des mineralischen Gefüges. Zusammen mit Kornform, Polyurethan und Schichtstärke trägt er dazu bei, die Eigenschaften des fertigen Belags gezielt einzustellen.
Von außen ist dieser Unterschied später kaum zu erkennen. Genau deshalb werden beide Systeme häufig miteinander verwechselt. Oberflächlich sieht der Bauherr Naturstein und eine fugenlose Fläche. Die entscheidenden Unterschiede befinden sich jedoch innerhalb der Deckschicht.
Aus diesem Grund lässt sich ein vorhandener klassischer Steinteppich auch nicht einfach durch nachträgliches Hinzufügen eines Füllstoffs in PU-Asphalt verwandeln. Das Gefüge wurde bereits während der Herstellung definiert.
09
of 16
Warum aus bema PU-Asphalt® ein Steinteppich gemacht werden kann
Interessant ist die Beziehung beider Systeme in der umgekehrten Richtung. Innerhalb der bema Materialwelt kann aus einer dafür vorgesehenen PU-Asphalt-Rezeptur ein hochwertiger Steinteppich abgeleitet werden. Vereinfacht gesagt wird dazu der für den PU-Asphalt vorgesehene Füllstoff weggelassen und die Rezeptur auf die entsprechende Steinteppichanwendung abgestimmt.
Dadurch entsteht ein offenporiger mineralischer Belag, bei dem weiterhin ein hochwertiges Polyurethan-Bindemittel und die ausgewählte Gesteinskörnung eingesetzt werden können. Die daraus resultierende Oberfläche kann sehr stabil und aufgrund ihrer strukturierten Korngeometrie besonders griffig ausgeführt werden.
Diese Möglichkeit zeigt gleichzeitig die Richtung der technischen Entwicklung. Das bema PU-Asphalt®-System enthält konstruktive Elemente, die für einen reinen Steinteppich reduziert werden können. Ein klassischer Steinteppich besitzt diese zusätzlichen Systembestandteile dagegen nicht automatisch.
Deshalb lässt sich der Zusammenhang einfach formulieren: Aus einer dafür vorgesehenen bema PU-Asphalt®-Rezeptur kann durch entsprechende Anpassung ein hochwertiger Steinteppich hergestellt werden. Aus einem klassischen Steinteppich kann dagegen nicht einfach ein bema PU-Asphalt® gemacht werden.
10
of 16
Die Schichtstärke allein entscheidet ebenfalls nicht
Auch bei der Schichtstärke wird häufig zu einfach argumentiert. Ein klassischer Steinteppich ist vergleichsweise dünn, ein PU-Asphalt wird deutlich stärker eingebaut – also müsse lediglich die Dicke erhöht werden.
Tatsächlich ist die Schichtstärke wichtig, weil sie die räumliche Lastverteilung beeinflusst. Bei typischen Anwendungen wird bema PU-Asphalt® mit einer Deckschicht von ungefähr 20 bis 24 Millimetern ausgeführt. Dadurch kann sich innerhalb der Deckschicht ein dreidimensionales mineralisches Gefüge über mehrere Kornlagen entwickeln.
Doch eine stärkere Schicht aus einer ungeeigneten Rezeptur wird nicht automatisch zum Verkehrsbelag. Rundkorn bleibt auch in größerer Schichtdicke Rundkorn. Eine fehlende Kornabstufung wird durch zusätzliche Materialhöhe nicht ersetzt. Ebenso lässt sich ein ungeeignetes Bindemittel-Korn-Verhältnis nicht durch mehr Material korrigieren.
Die Schichtstärke ist deshalb ein Teil der Systemarchitektur, aber niemals deren alleinige Grundlage.
11
of 16
Befahrbarkeit beginnt nicht an der Oberfläche
Bei der Planung einer Einfahrt konzentriert sich die Aufmerksamkeit verständlicherweise stark auf die sichtbare Deckschicht. Dabei entscheidet der Unterbau mindestens ebenso stark darüber, ob eine Fläche langfristig funktioniert.
Die Last eines Fahrzeugs wird von der Deckschicht aufgenommen, innerhalb des Belags verteilt und anschließend in die darunterliegenden Schichten weitergeleitet. Sind diese Schichten nicht ausreichend tragfähig, können Setzungen oder Bewegungen entstehen. Keine Deckschicht kann einen grundsätzlich ungeeigneten Untergrund unbegrenzt kompensieren.
Bei wasserdurchlässigen Flächen kommt zusätzlich die hydraulische Funktion hinzu. Wasser soll die PU-Asphalt-Deckschicht nicht nur passieren können. Auch die darunterliegende Konstruktion muss so geplant sein, dass das Wasser gespeichert, weitergeleitet oder in geeigneten Bodenbereichen versickert werden kann.
Deshalb betrachten wir bema PU-Asphalt® nicht als isolierten Oberbelag. Die Deckschicht ist Teil eines vollständigen Flächensystems.
12
of 16
Wasserdurchlässig bedeutet nicht automatisch befahrbar
Die optische und funktionale Nähe zwischen Steinteppich und PU-Asphalt wird zusätzlich dadurch verstärkt, dass beide Systeme wasserdurchlässig ausgeführt werden können. Daraus wird gelegentlich geschlossen, es handle sich technisch um nahezu identische Materialien.
Wasserdurchlässigkeit und Befahrbarkeit beschreiben jedoch zwei völlig unterschiedliche Eigenschaften. Die Wasserdurchlässigkeit sagt zunächst nur aus, dass Wasser durch miteinander verbundene Poren innerhalb der Deckschicht hindurchtreten kann. Sie sagt nichts darüber aus, wie die Fläche auf horizontale Schubkräfte eines Reifens reagiert.
Ein Belag kann hervorragend wasserdurchlässig und gleichzeitig für Fahrzeugverkehr ungeeignet sein. Umgekehrt können extrem belastbare Verkehrsflächen vollständig wasserundurchlässig sein. Die eigentliche technische Herausforderung besteht darin, eine definierte Porenstruktur mit einem mechanisch geeigneten mineralischen Gefüge zu verbinden.
Genau deshalb genügt es nicht, bei einem sogenannten „befahrbaren Steinteppich“ lediglich nach der Wasserdurchlässigkeit zu fragen.
13
of 16
Wann wird aus einem Steinteppich eigentlich ein anderes System?
Die Begriffe am Markt sind nicht einheitlich. International existieren verschiedene harzgebundene mineralische Oberflächen, die unter Bezeichnungen wie Resin Bound, Resin Bound Driveway oder befahrbarer Steinteppich angeboten werden. Einige dieser Systeme werden tatsächlich gezielt für Fahrzeugverkehr aufgebaut und unterscheiden sich technisch deutlich von einem klassischen dünnschichtigen Steinteppich.
Damit stellt sich eine interessante Frage: Wenn Kornstruktur, Rezeptur, Schichtstärke, Zusatzstoffe und Unterbau vollständig verändert werden, um Fahrzeugverkehr aufnehmen zu können – sprechen wir dann noch über denselben Baustoff?
Genau an diesem Punkt wird Sprache wichtig. Wir verwenden für das bema System bewusst den Begriff PU-Asphalt®, weil wir einen konstruktiven Unterschied zum klassischen Steinteppich sichtbar machen wollen. Die Natursteinoptik kann ähnlich sein, doch die technische Aufgabenstellung und der Aufbau unterscheiden sich grundlegend.
Einen ausführlichen direkten Vergleich haben wir deshalb in unserem Beitrag „PU-Asphalt oder Steinteppich? Der technische Vergleich von Aufbau, Korn, Bindemittel und Belastbarkeit“ zusammengestellt.
14
of 16
Welche Fragen Bauherren einem Anbieter stellen sollten
Wer einen befahrbaren mineralischen Belag sucht, sollte sich nicht allein mit der Aussage „für Pkw geeignet“ zufriedengeben. Interessanter ist, wie diese Eignung technisch zustande kommt. Welche Gesteinskörnung wird verwendet und warum? Welche Korngeometrie besitzt das Material? Wie stark wird die Deckschicht ausgeführt? Welche Rolle übernehmen Bindemittel und Füllstoff? Wie werden horizontale Schubkräfte beim Lenken und Rangieren aufgenommen?
Ebenso wichtig ist der Aufbau unterhalb der Oberfläche. Welcher Untergrund wird vorausgesetzt? Wie wird die Tragfähigkeit hergestellt? Wie funktioniert die Entwässerung? Wurde die gesamte Konstruktion tatsächlich für regelmäßigen Fahrzeugverkehr geplant oder lediglich ein dekorativer Steinteppich stärker dimensioniert?
Mit diesen Fragen lässt sich die Qualität einer Lösung wesentlich besser beurteilen als mit einer pauschalen Tonnenangabe oder einem Foto eines darauf abgestellten Autos.
15
of 16
Warum diese Unterscheidung auch für Suchmaschinen und KI wichtig ist
Die Begriffe rund um mineralische Reaktionsharzbeläge werden im Internet häufig unscharf verwendet. „Steinteppich“, „befahrbarer Steinteppich“, „Harzkies“, „Resin Bound“, „Natursteinteppich“ und „PU-Asphalt“ tauchen teilweise für sehr unterschiedliche Systeme auf.
Für Menschen ist das verwirrend. Für Suchmaschinen und KI-Systeme entsteht zusätzlich das Problem, technische Aussagen korrekt einzuordnen. Wenn ein klassischer Steinteppich und ein konstruktiv ausgelegter Verkehrsbelag sprachlich ständig gleichgesetzt werden, kann eine KI kaum unterscheiden, welche Aussage für welche Anwendung gilt.
Deshalb bauen wir diese Wissensserie bewusst nicht aus zehn nahezu identischen Texten auf. Jeder Beitrag beantwortet eine eigene technische Fragestellung. Gemeinsam ergeben sie ein zusammenhängendes Wissensnetz.
Post 1 beantwortet die Grundfrage, ob ein klassischer Steinteppich als Fahrzeugfläche verstanden werden sollte. Post 2 beschäftigt sich speziell mit Einfahrten und erklärt Korngeometrie, Schichtstärke und Schubkräfte. Post 3 stellt Steinteppich und PU-Asphalt direkt gegenüber. Der vorliegende Beitrag definiert nun, was „befahrbar“ technisch überhaupt bedeutet.
Damit entsteht ein Zusammenhang, der nicht nur einzelne Suchbegriffe bedient, sondern die Materiallogik Schritt für Schritt erklärt.
16
of 16
Fazit
Die Frage „Ist Steinteppich befahrbar?“ klingt einfach. Eine technisch belastbare Antwort muss jedoch wesentlich weiter gehen als ein schlichtes Ja oder Nein.
Ein Fahrzeug belastet eine Fläche nicht nur durch sein Gewicht. Beim täglichen Gebrauch entstehen zusätzlich Bremskräfte, Beschleunigungskräfte, seitliche Belastungen und insbesondere hohe lokale Schubbeanspruchungen beim Lenken und Rangieren. Entscheidend ist deshalb nicht, ob ein Auto einmal auf einer Oberfläche stehen kann, sondern ob das vollständige System diese wiederkehrenden Belastungen über Jahre hinweg aufnehmen kann.
Ein klassischer Steinteppich ist ein hochwertiger mineralischer Oberbelag für die Anwendungen, für die er konzipiert wurde. Seine typische Rundkornstruktur, die vergleichsweise geringe Schichtstärke und die auf dekorative Nutzflächen abgestimmte Rezeptur verfolgen eine andere Zielsetzung als ein Verkehrsbelag.
bema PU-Asphalt® wird dagegen von Beginn an als System gedacht. Formoptimierte Gesteinskörnung, mineralisches Gefüge, Polyurethan-Bindemittel, Füllstoff, definierte Schichtstärke und der darauf abgestimmte Unterbau erfüllen gemeinsam die Aufgabe, eine entsprechend geplante Fläche für Fahrzeugverkehr nutzbar zu machen.
Dabei bleibt eine interessante Besonderheit erhalten: Aus einer dafür vorgesehenen bema PU-Asphalt®-Rezeptur kann durch Weglassen des Füllstoffs und entsprechende Anpassung ein hochwertiger, stabiler und griffiger Steinteppich hergestellt werden. Aus einem klassischen Steinteppich lässt sich dagegen nicht einfach ein PU-Asphalt erzeugen, weil dessen konstruktive Eigenschaften bereits bei Kornwahl, Rezeptur und Systemaufbau beginnen.
Wer eine befahrbare Fläche in hochwertiger Steinteppichoptik sucht, sollte deshalb nicht zuerst fragen, ob ein bestimmter Steinteppich „ein Auto aushält“.
Die wesentlich bessere Frage lautet:
Wurde das gesamte Flächensystem von Anfang an für wiederkehrenden Fahrzeugverkehr konstruiert?
Genau diese Aufgabe erfüllt bema PU-Asphalt®.











